Tanzplan Deutschland
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Access to Dance - Tanzplan Mnchen390


Aktuelles64
Die Stadt Mnchen ist von der erfolgreichen Projektarbeit berzeugt worden und wird das Projekt mit dem Schwerpunkt Tanz und Schule und Artist in Residence langfristig sichern. Sie stellt dafr jhrlich 100.000 Euro bereit und weitere 300.000 fr 3 Jahre, um Tanzprojekte mit Jugendlichen zu ermglichen. Der Freistaat Bayern wird ebenfalls mit 50.000 Euro weiterfrdern. Die engagierte Vermittlungsarbeit fr Tanz und die vielfltigen Kinder- und Jugendprojekte gehen mit vollem Elan weiter. Mit einer Filiale in Augsburg wird die regionale Ausweitung der Arbeit mit Schulen ermglicht, denn der Bedarf und die Nachfrage seitens der Bildungsinstitutionen sind gro. Die Anschubfinanzierung fr die tanzwissenschaftliche Arbeit hat sich mit der Einrichtung einer halben Stelle an der twm amortisiert. (Stand Mai 2011)623


Projektbeschreibung78
Access to Dance ist ein Programm zur Frderung von zeitgenssischem Tanz, das von einem Zusammenschluss verschiedener Mnchner Tanzorganisationen und Institutionen der Tanzbasis e.V. initiiert und ausgefhrt wird.

Es umfasst die Bereiche Studies, Produktion und Prsentation darunter Tanz von und fr Jugendliche sowie Kommunikation und Dokumentation und schafft neue Strukturen fr tnzerische Aus- bzw. Fortbildung im schulischen, universitren und knstlerischen Bereich.

Die Bereiche Studies sowie Tanz von und fr Jugendliche werden im Rahmen von Tanzplan Mnchen durchgefhrt. Dadurch wird Tanz fr Schler aller Schultypen im Klassenverband erlebbar und erfahrbar gemacht und als dauerhaftes Unterrichtsfach angeboten. Der Verein Tanz und Schule kmmert sich um die Auswahl, Betreuung und Vermittlung von Tanzpdagogen, Choreografen und Tnzern fr die Arbeit an den Schulen und sorgt fr ihre qualifizierte Fortbildung. Zustzlich gibt es ein Angebot zur Weiterbildung bei Tanzkunst in die Schule, einer Initiative an der Sportfakultt der TU Mnchen. In Kooperation mit der Theaterwissenschaft (twm) der Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen wird eine qualifizierte Erweiterung des tanzwissenschaftlichen Ausbildungsangebots im Grundstudium entwickelt, die eine Brcke schlgt zwischen Tanztheorie und Theaterpraxis. Darber hinaus wird in der wissenschaftlichen Begleitung des Tanzunterrichts die Entwicklung der kulturellen Bildung bei Kindern und Jugendlichen whrend und nach der aktiven Teilnahme an den Projekten in der Schule erforscht.

Die Zusammenarbeit des Bayerischen Staatsballetts mit bayerischen Schulen bildet eine wichtige Achse, die die Integration von Tanz in den Schulen des Landes forciert im Rahmen von Tanz von und fr Jugendliche verbringen die Schler des St. Anna Gymnasiums sowie Schler einer weiteren Schule einen ganzen Monat statt im Klassenzimmer im Ballettsaal und erarbeiten eine eigene Choreografie, die im Muffatwerk prsentiert wird. Darber hinaus werden neue Curricula fr die Ausbildung von Tanzpdagogen entwickelt und Studenten mit der zeitgenssischen Tanzpraxis in Verbindung gebracht.

Zu den Grndungsmitgliedern des Tanzbasis e.V. gehren Walter Heun (Joint Adventures), Nina Hmpel (tanznetz.de), Dr. Klaus Kieser (K. Kieser Verlag), Dietmar Lupfer (Muffatwerk), Dr. Katja Schneider (twm LMU Mnchen), Simone Schulte (Kulturbro Simone Schulte & Andrea Marton) und Bettina Wagner Bergelt (Bayerisches Staatsballett).
(Stand Mai 2007)


Beitrag von Katja Schneider in
"Jahresheft Tanzplan Deutschland 2006/07" (Mrz 07)


Aufforderung zum Andocken
Man kann sich reibungslosere Starts vorstellen: Das Mnchner Projekt Access to Dance musste einige Hrden berwinden, bis es im November 2006 endlich grnes Licht bekam. Erst da entschied sich, dass das Kooperationsmodell so verwirklicht werden knnte, wie es von Anfang an geplant war, und sicher auf den drei Sulen Tanzproduktion und -prsentation, Tanzvermittlung und Tanzweiterbildung stehen kann.

Auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Mitteln Zugnge zum zeitgenssischen Tanz zu schaffen und diese Strategien so stark wie mglich zu vernetzen, ist das Ziel von Access to Dance. Dafr werden in dem komplexen Kooperationsmodell Tanzbasis e.V., gegrndet von Walter Heun, Nina Hmpel, Klaus Kieser, Dietmar Lupfer, Katja Schneider, Simone Schulte und Bettina Wagner-Bergelt erstmals Praxis und Theorie, Kunstausbung und Weiterbildung, Erleben und Reflektieren vor Ort gebndelt. Was bislang in Mnchen beziehungsweise Bayern von Einzelinitiativen vorwrts gebracht wurde, hat nun die Chance, konzentriert zusammenzuwirken und so ganz neue und nachhaltige Strukturen zu schaffen.

Das Kulturbro Simone Schulte & Andrea Marton konzipiert und organisiert mit dem Verein Tanz und Schule e.V. Tanz als integrativen Bestandteil des Vormittagsunterrichts und bearbeitet damit ein auch in Bayern bislang noch vernachlssigtes Feld. Das Ziel: Tanzkunst als selbstverstndlichen Teil kultureller Bildung in der breiten ffentlichkeit zu verankern und die Qualifizierung der Lehrenden voranzutreiben. Die Kulturmanagerin Schulte und die Tanzpdagogin Marton entwickeln und veranstalten seit Mrz 2006 Weiterbildungen fr Tnzer, Choreografen sowie Tanzpdagogen und vermitteln sie als Lehrende an Schulen. Bislang gibt es rund 25 Projekte bayernweit, wobei ihre Dauer zwischen sechs Wochen und zwlf Monaten variiert. Tanz und Schule e.V. whlt die Unterrichtenden aus zur Zeit sind das 20 Projektleiter und zehn Assistenten und finanziert ihnen regelmige Fortbildungen. Dazu gehren in diesem Jahr unter anderem Workshopmodule von TanzMedizin Deutschland e.V., Laban-Basics und Forsythes Improvisation Technologies. Im September 2007 steht ein Projekt mit der ehemaligen Forsythe-Tnzerin Ana Catalina Romn an, die in einer Intensivwoche mit Schlern eine Auffhrung erarbeiten wird und direkt im Anschluss in einer internen Fortbildung Pdagogen zeigen wird, wie man so ein Schulprojekt stemmt.

Langfristig ist geplant, diese Module zur Qualifizierung in ein Curriculum einzubinden und zu zertifizieren. Teil davon wird auch in Kooperation von Kulturbro, Tanz und Schule e.V. und verschiedenen Fakultten der Ludwigs-Maximilians-Universitt Mnchen eine offene Vortragsreihe sein, die das Wissen ber Tanz und seine Beziehung zu verschiedenen Disziplinen beleuchtet.

Diese Weiterbildungsangebote werden in enger Kooperation mit dem Bayerischen Staatsballett realisiert, das fr die Initiative Tanz und Schule auch Rumlichkeiten bereitstellt. Die groe Mnchner Kompanie selbst seit zwei Jahren mit den Programmen Erlebnis Ballett und THEATerleben in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv integriert sich zudem mit Werkstattgesprchen und Theaterbesuchen in die Arbeit von Tanz und Schule. Verantwortlich fr die Education-Programme des Staatsballetts ist die Dramaturgin und stellvertretende Ballettdirektorin Bettina Wagner-Bergelt, die auch Grndungsmitglied von Tanzbasis e.V. ist. Engagement ist fr sie eine Notwendigkeit: Man kann sich als Knstler nicht darauf zurckziehen: Wir machen Kunst und sonst nichts. Sondern wir mssen dafr sorgen, dass es in Zukunft noch ein Publikum gibt, ein aufgeklrtes Publikum. Das heit vor allem, mit Kindern knstlerisch zu arbeiten, die in einer Gesellschaft leben werden, die ber immer mehr Freizeit verfgt, die sie sinnvoll nutzen sollten. Hier mssen wir Angebote mit Niveau in den Wettbewerb bringen.

Gemeinsam mit dem Mnchner St. Anna Gymnasium sowie Tanz und Schule e.V. rief das Bayerische Staatsballett das Projekt anna tanzt ins Leben. Jeweils im Juli, whrend der letzten vier Schulwochen vor den groen Ferien, erhalten alle achten Klassen einer Jahrgangsstufe ihren Tanz-Unterricht statt in der Schule im Studio. Dort entwickeln sie mit einer Choreografin, ihren Assistenten sowie einigen Schlern eines anderen Schultyps ein Stck bis zur Bhnenprsentation. Im Juli 2006 war es Ana Catalina Romn, die anna tanzt leitete und das knstlerische Resultat in der Mnchner Reithalle zeigte; 2007 wird Nadja Raszewski aus Berlin fr die rund 100 Jugendlichen verantwortlich sein und mit ihnen Ende Juli in der Muffathalle auftreten.

Tanz und Schule und Bayerisches Staatsballett sind zudem mit einer weiteren Institution vernetzt: der Theaterwissenschaft Mnchen (twm) an der Ludwig-Maximilians-Universitt. Neben einer um die Tanzwissenschaft erweiterten Ausbildung steht hier der Kontakt zur knstlerischen Praxis im Vordergrund, und zwar in enger Anlehnung an das laufende Mnchner Repertoire und Mnchner Institutionen. So gibt es zur aktuellen Petipa-Spielzeit des Staatsballetts ein Seminar, das Probleme der Tradierung und Neuinszenierung von Klassikern bearbeitete und dazu die Verantwortlichen am Theater in ausfhrlichen Interviews befragte. In diesem Kontext entwickelten sich bereits erste eigene Praxiserfahrungen der jungen Tanzwissenschaftlerinnen, die nun beim Staatsballett Publikumseinfhrungen geben oder Vortrge halten. Gleichzeitig leistet die Tanzwissenschaft in Mnchen die kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung und Dokumentation der Projekte von Tanz und Schule. Hier ist sie vernetzt mit einer Arbeitsgruppe des Bundesverbands Tanz in Schulen, die Modelle der Evaluation entwickelt und erprobt.

Dieser Schule und Universitt verbindende, so genannte "Studies"-Bereich von Access to Dance wird von Tanzplan Deutschland seit Januar 2006 gefrdert, ebenso die Etablierung von Tanz als Unterrichtsfach sowie die beschriebene Arbeit renommierter Choreografen mit Schlern und deren Ausbildenden. Das Gesamtprojekt "Access to Dance" der Tanzbasis ist jedoch umfassender und kann nur durch auerordentliche Untersttzung der Landeshauptstadt Mnchen und des Freistaats Bayern in vollem Umfang realisiert werden. Mithilfe dieser Frderung wurde im Herbst 2006 dann auch mit den eng auf die Studies bezogenen Projektbereichen Produktion und Prsentation sowie Kommunikation/Dokumentation gestartet. Zeigt doch das Logo von Access to Dance verschieden groe, farblich abgestufte und miteinander verbundene Kreise verschiedener Gren: Eine Struktur von Zellen, so Dietmar Lupfer, die es ermglicht, dass neue Initiativen und Ideen andocken knnen.392

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